Darlehen und Zinsen

Bei der derzeitigen Zinslage werden Darlehen unter Angehörigen immer beliebter , aber es gilt steuerlich auch einige Dinge zu beachten.-Abgeltungssteuer Wann der 25%ige Steuersatz nicht anwendbar ist
Darlehen zwischen nahen Angehörigen (Verwandten) können, unabhängig von den steuerlichen Auswirkungen, für beide Seiten wirtschaftlich sinnvoll sein. Der Darlehensgeber erhält in der Regel höhere Zinsen, als ihm die Bank zahlen würde. Auf der anderen Seite zahlt der Darlehensnehmer regelmäßig geringere Zinsen an den privaten Darlehensgeber, als die Bank an Zinsen verlangen würde.
Wird das Darlehen zur Erzielung von Einkünften verwendet, sind die Zinsen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar.
Beträgt z.B. der persönliche Spitzensteuersatz des Darlehensnehmers 40%, führen Zinszahlungen zu einer Steuerersparnis von 40%. Kann der besondere Steuersatz gemäß § 32d EStG angewendet werden, werden die Zinsen beim Empfänger nur mit 25% besteuert. Das bedeutet per Saldo eine Ersparnis von 15%.
Der besondere Steuersatz von 25% für Einkünfte aus Kapitalvermögen gilt nicht, wenn Gläubiger und Schuldner einander nahestehende Personen sind (§ 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG). Es kommt also darauf an, was unter dem Begriff der „nahestehenden Person“ zu verstehen ist. Allein vom Begriff her werden alle natürlichen und juristischen Personen erfasst, die zueinander in enger Beziehung stehen. Der Bundesfinanzhof wendet diesen weitgehenden Begriff jedoch nicht an, wenn es um den Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen geht (BFH 29.4.2014, Az. VIII R 9/13).
Gewährt ein Darlehensgeber seiner Ehefrau und seinen Kindern (unter fremdüblichen Bedingungen) Darlehen zur Finanzierung eines Mietwohngrundstücks, sind nach Auffassung des BFH Gläubiger und Schuldner der Kapitalerträge keine einander nahestehende Personen im Sinne dieser Vorschrift. Ein schädliches Näheverhältnis liegt laut dem obersten Finazgericht nur vor, wenn die beteiligten Personen gegenseitig oder eine dritte Person auf Darlehensgeber und Darlehensnehmer einen beherrschenden Einfluss ausüben können.
Allein aus der Familienangehörigkeit oder Ehe kann kein persönliches Interesse abgeleitet werden. Würde der besondere Steuersatz von 25% generell nur wegen der familienrechtlichen Beziehungen nicht angewendet, läge eine unvereinbare Diskriminierung der Familie vor, die gegen Artikel 6 Abs. 1 GG verstößt. Das nahe persönliche Verhältnis führt nicht notwendig oder typischerweise zu einer Wirtschaftsgemeinschaft oder einer wirtschaftlichen Abhängigkeit.
Verfassungsrechtlich ist es zwar nicht zu beanstanden, wenn Verträge zwischen Familienangehörigen (wegen der grundsätzlich gleichgerichteten Interessen) nur dann der Besteuerung zugrunde gelegt werden, wenn zu Beginn der Vertragsbeziehungen eine zivilrechtlich wirksame Vereinbarung abgeschlossen und diese sodann tatsächlich vollzogen wird. Es ist aber verfassungsrechtlich unzulässig, wenn bei Ehegatten und Familienangehörigen immer eine missbräuchliche Ausnutzung des Abgeltungssteuersatzes unterstellt wird.
Tipp: Gewährt ein Ehegatte dem anderen Ehegatten und/oder seinen Kindern ein Darlehen, das die Erzielung von Mieteinkünften ermöglicht, dann sind die gezahlten Schuldzinsen als Werbungskosten abzuziehen. Der Darlehensgeber selbst kann verlangen, dass bei ihm der Abgeltungsteuersatz von 25% angewendet wird.( Quelle: VSRW-Verlag)
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