EU-Kommission entwickelt Mehrwertsteuersystem

Die EU-Kommission hat Überlegungen zur Gestaltung eines einfacheren und betrugssicheren Mehrwertsteuersystems für den Binnenmarkt veröffentlicht. Ziel ist die Schaffung eines „endgültigen Mehrwertsteuersystems“, das überholte System ersetzen soll. Das Dokument enthält fünf Optionen:
-Als der Binnenmarkt 1992 geschaffen wurde, war es aus politischen und technischen Gründen nicht möglich, ein EU-Mehrwertsteuersystem zu schaffen, das die Steuerpraxis in den Mitgliedstaaten (Besteuerung am Ursprungsort) widerspiegelt. Deshalb wurde ein Übergangssystem eingeführt, bis eine dauerhafte Mehrwertsteuerregelung auf Basis der Besteuerung am Ursprungsort eingeführt werden konnte. Dieses System hat sich jedoch als betrugsanfällig und für grenzübergreifende Geschäfte als zu kompliziert erwiesen.
Ein auf dem Ursprungsort basierendes System erscheint nicht realisierbar. Es besteht daher Einigkeit darüber, dass ein endgültiges System auf dem Grundsatz des Bestimmungsorts basieren muss, d.h. die Mehrwertsteuer ist am Bestimmungsort der Gegenstände zu entrichten. Dazu werden fünf Optionen vorgestellt, die die Kommission für durchführbar hält:

– Der Lieferer ist für die Erhebung und Entrichtung der Mehrwertsteuer verantwortlich, und die Besteuerung von Lieferungen hängt davon ab, wohin die Gegenstände geliefert werden.
– Der Lieferer ist für die Erhebung und Entrichtung der Mehrwertsteuer verantwortlich, und die Besteuerung von Lieferungen hängt davon ab, wo der Kunde niedergelassen ist.
– Der Kunde – nicht der Lieferer – schuldet die Mehrwertsteuer, und besteuert wird dort, wo der Kunde niedergelassen ist (Umkehrung der Steuerschuldnerschaft).
– Der Status quo wird beibehalten, allerdings mit einigen Änderungen.

Im Frühjahr 2015 wird ein weiteres Vorgehen besprochen. Wir lassen uns überraschen.