Geschäfte mit einer englischen Ltd.

Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 30.09.03, mit der klargestellt worden ist, dass die in einem Mitgliedstaat der EU gegründete Gesellschaft als solche, also nach Heimatrecht anzuerkennen ist, hat ein wahrer Gründungsboom eingesetzt. Bei einer Geschäftsaufnahme mit einer solchen Gesellschaft sollte sich der Gläubiger immer vor Augen halten, dass - ausreichendes Kapital oft nicht vorhanden ist - grundsätzlich keine Haftung der Gesellschaft mit Privatvermögen besteht. Sicher ist nach dem Stand der heutigen Diskussion, dass eine gesellschaftsrechtliche Haftung nur nach englischem Recht eintreten kann, da nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes Rechte und Pflichten der Organe nach dem Recht des Gründungsstaates zu beurteilen sind. Es ist deshalb unbedingt anzuraten, vor Aufnahme einer Geschäftsverbindung mit einer Ltd. sich eingehend über die Bonität bzw. Kreditwürdigkeit des potentiellen Geschäftspartners zu informieren. Sollten im Streitfall englische Gerichte zuständig sein, muss mit erheblich hohen Prozesskostenrisiken gerechnet werden. Dies kann nur dann umgangen werden, wenn die Niederlassung der Ltd. im Register in der BRD eingetragen ist bzw. eine eindeutige Gerichtsstandsvereinbarung für ein deutsches Gericht zugrunde liegt. (Newsletter Mai 2007)