Oldtimer als Dienstwagen

Mit einem Oldtimer als Dienstwagen können Gesellschafter-Geschäftsführer „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“- so jedenfalls werben einiger Oldtimerhändler. Sie könnten ihr Hobby durch die Einschaltung der GmbH „von der Steuer absetzen“. Und über die 1%-Regel für die Privatnutzung könnten sie von dem ursprünglich niedrigen Bruttolistenpreis für dieses Fahrzeug profitieren. Aber: ‚Bei Liebhaberei kein Betriebsausgabenabzug’, jedenfalls hat dem nachstehenden Fall das Finanzgerichts (FG) Baden-Württemberg so entschieden. Im Urteilsfall ergab sich aus dem – einwandfrei geführten – Fahrtenbuch eines GmbH-Chefs, dass er seinen Oldtimer-Dienstwagen im Jahr 2004 für insgesamt drei Dienstreisen (462 km) und im Jahr 2005 für eine betriebliche Fahrt (77 km) eingesetzt hatte. Ansonsten blieb das Fahrzeug ungenutzt. Nach Auffassung des Finanzamts handelte es sich bei dem Pkw um einen zugelassenen Oldtimer mit historischem Kennzeichen („H“) und somit um ein „Liebhaberfahrzeug, das überwiegend bei schönem Wetter genutzt wird. Unter Verweis auf § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EstG wurde der Betriebsausgabenabzug versagt. Nach dieser Vorschrift dürfen „Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke…“ nicht als Betriebsausgaben den Gewinn mindern. Gegen die Entscheidung des Finanzamts klagte die GmbH bisher ohne Erfolg.