Soziale Netzwerke und Ihre Auswirkungen (Facebook)

Kündigung im Ausbildungsverhältnis
Beleidigt ein Auszubildender auf seiner Facebook Seite den Arbeitgeber, rechtfertigt dies eine außerordentliche Kündigung. Das entschied das Landesarbeitsgericht Hamm (LAG) am 10. Oktober 2012 (Az. 3 Sa 644/12) und hob damit die erstinstanzliche Entscheidung auf.
Der Kläger befand sich bei dem Beklagten in einem Ausbildungsverhältnis zum Mediengestalter. Der Beklagte bietet Internetdienstleistungen an und erstellt auch Facebook Profile für Kunden. Auf seinempersönlichen Facebook Profil gab der Auszubildende an, der Arbeitgeber sei ein „menschenschinder & ausbeuter“, er halte den Kläger als „Leibeigenen“ und er müsse für den Beklagten „daemliche scheisse fuer mindestlohn - 20 %“ erledigen. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber dem Auszubildenden fristlos.
Anders als das Arbeitsgericht Bochum in erster Instanz am 29.März 2012 (Az. 3 Ca 1283/11) hat das LAG entschieden, dass die außerordentliche Kündigung wirksam war. Das Landesarbeitsgericht sah diese Äußerungen – ebenso wie das Arbeitsgericht – als Beleidigung des Ausbilders an. Der Auszubildende habe nicht annehmen dürfen, dass diese Äußerungen keine Auswirkungen auf den Bestand des Ausbildungsverhältnisses haben würden. Die Äußerungen auf der privaten Facebook Seite seien einer Vielzahl von Personen zugänglich gewesen. Die Besonderheiten des Ausbildungsverhältnisses stünden der Wirksamkeit der fristlosen Kündigung nicht entgegen, da der Kläger bei Zugang der Kündigung bereits 26 Jahre alt war. Die Revision ist nicht zugelassen worden.