Weniger Lohnsteuer bei Nutzung eines Firmenwagens

Für die Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsplatz wird bei einem vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellten Firmenwagen pauschal 0,03 Prozent des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung pro Monat als geldwerter Vorteil besteuert. Wenn aber der Firmenwagen tatsächlich aber nur selten für die Pendelstrecke benutzt, weil der Arbeitnehmer z.B. oft auf Dienstreise oder bei Außendienstterminen ist, kann er jetzt eine günstigere Berechnung anwenden.
Denn die 0,03-Prozent-Regel geht von der pauschalen Annahme aus, dass der Pkw an durchschnittlich an 15 Tagen monatlich genutzt wird. Wenn der Wagen seltener dazu verwendet wird, kann der geldwerten Vorteil durch eine Einzelbewertung ermittelt werden. Dabei ist für die einzelne Fahrt jeder Entfernungskilometer mit 0,002 Prozent des Listenpreises zu bewerten.
Seither sträubten sich die Finanzämter diese für Arbeitnehmer günstige Methode anzuwenden. Nun hat aber der Bundesfinanzhof entschieden, daher schwenkt nun auch die Verwaltung mit einem Anwendungserlass um (Az. IV C 5 - S 2334/08/10010). Es verbessert sich die steuerliche Situation für die Arbeitnehmer, die mit dem Firmen-Pkw durchschnittlich an weniger als 15 Tagen im Monat von der Wohnung zur Arbeit pendeln. Sie dürfen jetzt den Zuschlag durch Einzelbewertung ermitteln, indem die Tagesanzahl mit 0,002 Prozent des Listenpreises je Entfernungskilometer multipliziert wird.

Wichtig ist jedoch, dass der Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug sich nicht zu dieser Einzelbewertung verpflichtet. Es muss jeweils für ein Kalenderjahr einheitlich festgelegt werden und unterjährig nicht geändert werden. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer ist der Arbeitnehmer aber nicht an die für die Erhebung der Lohnsteuer gewählte Variante gebunden.